St. Pankratiuskirche zu Störmede
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Sprüche: In vielen Sprüchen und Reimen werden Lebenserfahrungen, Beobachtungen in der Natur, spezielle Alternativen usw. in kompakten Formulierungen ausgedrückt. Sie sind fast allen Lebensbereichen entlehnt und decken ein buntes Spektrum ab, z.B.

       - Me kann biäter 'n Sack Flaihe hoihen, äs 'en half Dutsent Miäkens!
d.h. - Man kann besser einen Sack Flöhe hüten als ein halbes Dutzend Mädchen!

oder: Wann de Foss anfänget ti priägen, mott me de Chösseln in acht niemen!
d.h. : Wenn der Fuchs anfängt zu predigen, muss man die Gänseküken im Auge behalten!

oder: "Ik denke mit Angest annen Winter", saggte de Foss, äs soi iähne dat Fäll aftrökken!
d.h. : "Ich denke mit Angst an den Winter", sagte der Fuchs, als sie ihm das Fell abzogen!

oder: Slaupet de Biuern, seo passet de Chaise up!
d.h. : Schlafen die Bauern, wachen die Gänse!

oder: Wieker Churret bringet, kümmet ni ti faken!
d.h. : Wer etwas Gutes bringt, kommt nie zu oft!

oder: Drüewen un Können iss twiggerlegge!
d.h. : Dürfen und Können ist zweierlei!

oder: Koin Menske kann chiewen un behollen!
d.h. : Kein Mensch kann geben und behalten!

oder: Up anner Luie Rüggens iss lichte driägen!
d.h. : Auf anderer Leute Rücken ist leicht tragen!

oder: Alle wietet churren Raut, mänt de nit, de 'ne nairig hiät!
d.h. : Alle wissen guten Rat, nur der nicht, der ihn nötig braucht!

oder: Wat nit innt Miul choit, choit innen Iärmel!
d.h. : Was nicht in den Mund geht, geht in den Ärmel!

oder: Dien iss chutt Chiärste buargen, de chenäug Woite hiät!
d.h. : Dem ist gut Gerste borgen, der Weizen genug hat!

oder: Smeut de ollen Schäue nit wiäg, bevüer diu nigge hiäst!
d.h. : Wirf die alten Schuhe nicht weg, ehe du neue hast!

oder: Wieker innen Oller ahrnen will, mott inne Jugent säggen!
d.h. : Wer im Alter ernten will, muss in der Jugend säen!

oder: Je kloiner dat Duorp, ümmeseo laiger de Ruiens!
d.h. : Je kleiner das Dorf, umso bissiger die Hunde!


An dieser Stelle wird demnächst in zwangloser Folge über Entwicklungen beim "Stürmeder Platt", von neuen heimatkundlichen Erkenntnissen oder sonstigen Ereignissen aus unserer Region berichtet - natürlich in "Stürmeder Platt" !

Das Buch "Stürmeder Platt - wi et lutt, düt un dat" schließt mit einem Lied, in dem es u.a. heißt:
Stürmeder Platt
Use olle Stürmske Platt, laut' us fleutig kuiern, lutt seo smoige, äuk mol hatt, 't sall us üeverdiuern. Wann weu all tisammenholt, Mann un Frugge, Junk un Olt, wätt et ümmer klingen, wätt et et ümmer klingen !

Das bedeutet:
Störmeder Platt
Unser altes Störmeder Platt, woll'n wir fleißig sprechen, klingt so sanft, nur selten hart, es soll uns überdauern.Wenn wir fest zusammensteh'n, Mann und Frau, Jung und Alt, wird es immer klingen, wird es immer klingen !

Franz Kemper                                                                   Störmede, im Januar 2001


© Franz Kemper                                                                                      http://www.stoerme.de