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Tonbeispiele:
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Sprachvergleiche
Stürmeder Platt in Schrift un Wäuert -
sowie ein Vergleich zum Hochdeutschen
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Plattduitsk
Üever Jauherhunnerte was dat Plattduitske de Ümmechankssprauke van usen Oltvüerdern. Up 'n Lanne wäuere van villen Mensken bis innt 20. Jauherhunnert henne platt kuiert.
Innen niu Folgenden sall an oinigen Beuspillen u.a. de Klangvülle innen Plattduitsken beu dreppenden Beschreuwungen van Situatiäunen, Billern, usw. odder in knappen Iutdrücken, wi in Viärsen un Sprüeken, wiesen wäern.
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Plattdeutsch
Über Jahrhunderte war das Plattdeutsche die Umgangssprache unserer Vorfahren. Auf dem Lande wurde von vielen Menschen bis ins 20. Jahrhundert hinein plattdeutsch gesprochen.
Im folgenden soll an einigen Beispielen u.a. die Klangfülle der plattdeutschen Sprache und deren oft so treffende Wiedergabe von Ereignissen, Handlungen und Beschreibung in Bildern usw.oder in knappen Ausdrücken, wie in Versen und Sprüchen, aufgezeigt werden.
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Stürmeder Platt
Use olle Stürmske Platt
laut' us fleutig kuiern,
lutt seo smoige, äuk mol hatt,
't sall us üeverdiuern.
Wann weu all tisammenholt,
Mann un Frugge, Junk un Olt,
/ : wätt et ümmer klingen. : /
Iss dat Wiär amilst äuk schlächt,
schinnt mol nit de Sunne,
weu kuemet ümmer näuh tirächt,
Plattduitsk choit nit unner.
Wann weu ----
Wann dat Chlück up seunen Wiäg
kümm't us in de Moite,
holt weu still un lustert teo,
pack't et beu de Foite.
Wann weu ----
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Störmeder Platt
Unser altes Störmeder Platt
lasst uns fleißig sprechen,
klingt melodisch, selten hart,
' soll uns überdauern!
Wenn wir all' zusammensteh'n,
Mann und Frau, Jung und Alt,
/ : wird es weiter klingen! : /
Ist das Wetter auch mal schlecht,
scheint mal nicht die Sonne,
wir kommen immer noch zurecht,
Plattdeutsch geht nicht unter.
Wenn wir ----
Wenn das Glück auf seinem Weg
uns einmal begegnet,
wir halten an und horchen hin,
packen 's bei den Füßen.
Wenn wir ----
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Fastenteut
In kristliken Chigenden nam de Fastenteut beu dien Mensken 'ne besunnere Steue innen Afläup vannen Jauher in: Sess Wiäken Fasten was nit jedoinen nauh "seune Müske". Äuk dorümme feuern soi vüerhir faken iutchiewig Fastauwend! De jungen Luie hälten dann innen Duorpe Wüerste, Schinken, Egger usw. tisammen un loiten et sik chutt chauhen.
Soi süngen dann dat Liet:
Lüttke, lüttke Fast! Ik sin seon kloiner Chast,
ik magg seo chärne Wuerst! Chiw meu oine,
chiw meu oine, owwer nit seo 'ne chanse
kloine.
Laut dat Mässer sinken, bis unnen innen Schinken.
Laut meu nit ti lange stauhn, mott näuh 'n
Huiseken widder chauhn!
Alle wöern fräuh, wann de langen Äusterfasten vüerbeu wöern. Düt Liet drücket dat iut:
Wann Äustern iss, wann Äustern iss,
dann schlacht' de Vah 'n Bock.
Dann danset de Mömme,
dann danset de Mömme,
dann flücht de räue Rock!
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Fastnacht
In christlichen Gegenden nahm die Fastenzeit früher bei den Menschen eine besondere Stellung im Jahresablauf ein: Sechs Wochen Fasten war nicht für jeden besonders attraktiv! Daher feierten sie vorher oft ausgiebig Fastnacht! Die jungen Leute holten dann im Dorf Würste, Schinken, Eier usw. zusammen und ließen es sich gut gehen!
Sie sangen dabei das Lied:
Kleine-, Vor-Fastnacht! Ich bin so 'n kleiner
Gast, ich mag so gerne Wurst. Gib mir eine,
gib mir eine, aber nicht so 'ne ganze
kleine.
Lass das Messer sinken, bis unten in den Schinken.
Lass mich nicht so lange stehn, muss noch 'n
Häuschen weiter geh'n!
Alle waren froh, wenn die langen Osterfasten zu Ende gingen. Dieses Lied kündet davon:
Wenn Ostern ist, wenn Ostern ist,
dann schlachtet Vater 'nen Bock.
Dann tanzt unsere Mutter,
dann tanzt unsere Mutter,
dann fliegt der rote Rock!
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Nauhwerskop
Vüer Stillen-Froidag loip Marie,
teo de Nauhwersfrugge, de Sophie.
Soi froggte mit iähr oignen Scharm:
"Mäkkest diu 'n Pott mit Uelge waam?
Diu woist duach, Früntskop mott me
ümmer hiägen!
Drüm' hiäst diu sieker niks dochigen,
dat ik mit in deunen Pott will chiewen,
meun' Uelgechebäck, schmecket seo chutt,
maist sin ik chäue domit blutt!
Kannst nauderhant - iss fast' väesprueken -
deune Mättwuerst up meun' Chroinkäuhl
kueken!"
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Nachbarschaft
Karfreitag kam - da lief Marie,
zu ihrer Nachbarin Sophie.
Sie fragte mit ihr eignem Scharm:
"Machst du den Topf mit Öl schon warm?
Weißt doch, Freundschaft muss man pflegen!
Drum hast du sicher nichts dagegen,
wenn mit in deinen Topf tät legen,
mein Ölgebäck, es mundet sehr,
man möchte davon ständig mehr!
Kannst nächstens auch - ist fest versprochen -
dein' Mettwurst auf mein' Grünkohl kochen!"
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Biuernregeln / Sprüeke
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Bauernregeln / Sprüche
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Kuerte Hauser sint bolle büerstet.
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Kurze Haare sind schnell gebürstet.
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Brauken, ploien un chutt misten
füllt dien Biuern seune Kisten.
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Brachen, pflügen und gut misten,
füllt dem Bauern seine Kisten.
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Mänt wieker chigen dien Sträum schwemmet,
kümmet in frisket Water.
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Nur wer gegen den Strom schwimmt
kommt in frisches Wasser.
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Können un Drüewen iss twiggerlegge.
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Können und Dürfen ist zweierlei.
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De Aame fänget dien Foss,
de Reuke dräggt dat Fäll.
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Der Arme fängt den Fuchs,
der Reiche trägt das Fell.
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Müer Holt chiwt koine faste Balken.
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Morsches Holz gibt keine feste Balken.
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Dien Aamen faihlt vill,
dien Choitsigen allet.
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Den Armen fehlt vieles,
den Geizigen alles.
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Nit alle Nauhwers auert sik.
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Nicht alle Nachbarn mögen sich.
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Je kloiner dat Duorp,
ümme seo laiger de Ruiens.
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Je kleiner das Dorf,
desto bissiger die Hunde.
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Biäter 'n Spats inne Hant
äs 'ne Diuwe uppen Dak.
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Besser den Spatz in der Hand
als die Taube auf dem Dach.
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Den MP3-Player, um diese Tonbeispiele anzuhören finden Sie hier.
Weitere Tonbeispiele auf Platt gibt es auf der Homepage von Herrn Erdmann:
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